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Tag der Schöpfung 2012

 7.9.2012: Ökumenischer Gottesdienst zum "Tag der Schöpfung" im Welterbe Grube Messel mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (Ev. Kirche in Hessen und Nassau), Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann (Bistum Mainz), Archimandrit Athenagoras Ziliaskopoulos (Griechisch-Orthodoxe Metropolie, Frankfurt) und Superintendent Carl Hecker (Evangelisch-Methodistische Kirche - Stv. Vorsitzender der ACK Hessen-Rheinhessen) v.r.n.l. - Foto: H. Meisinger

"Liebe als evolutionäre Kraft"

Über 300 Menschen feiern den "Tag der Schöpfung" an der Grube Messel

Vor rund 47 Millionen Jahren lebte hier das Urpferdchen Ida, herrschten tropische Temperaturen an diesem Ort. Im Jahr 2012 klettert das Thermometer an diesem Spätsommerabend auf angenehme 20 Grad und ein strahlend blauer Himmel wölbt sich über die Grube Messel. Über 300 Menschen haben sich hier versammelt, um gemeinsam den ökumenischen "Tag der Schöpfung" zu feiern. „An diesem Welterbe der Unesco bekommen wir vor Augen geführt, dass wir ein Teil dieser Erdgeschichte und ihrer Zukunft sind: ein Teil von Gottes großer Schöpfung.“ Mit diesen Worten drückte Kirchenpräsident Volker Jung in seiner Predigt seine „besondere Ehrfurcht“ aus, die er in der Grube Messel empfinde. Wörtlich sagte Jung: "Hier bekommt man ein Gespür dafür, dass sich Gottes Schöpfung verwandelt und wie aus Altem immer wieder Neues wird.“ Dieses Neue, so Jung weiter, zeige sich in der Liebe Gottes, die Menschen unter die Haut gehe und aus alten Menschen neue Menschen mache. Jung bezeichnete in diesen Zusammenhang die Liebe als „evolutionäre Kraft“, die das Leben vorantreibe. Als Menschen, so der katholische Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann vom Bistum Mainz in seiner Ansprache, seien wir zur Bewahrung der Schöpfung aufgerufen. "Gott braucht Menschen, Menschen hingegen gebrauchen oft nur den Menschen."

 

An dem Gottesdienst nahmen auch Archimandrit Athenagoras Ziliaskopoulos von der griechisch-orthodoxen Metropolie aus Frankfurt sowie Superintendent Carl Hecker von der Evangelisch-Methodistische Kirche teil. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Odenwälder Band JazzTime und den Kinderchören "Kantorella" aus Groß-Umstadt und "Den Finken" aus Reichelsheim umrahmt. Im Vorprogramm gab es Führungen für Besucher durch die Grube Messel, und Kinder konnten in Sandkisten nach "alten" Dinoknochen suchen. Beendet wurde der "Tag der Schöpfung" mit einem Vortrag des Präsidenten der Paläontologischen Gesellschaft in Frankfurt, Dr. Michael Wuttke. Er zeigte, wie sich das Leben auf der Erde immer wieder neu an Umweltfaktoren wie den Kontinentaldrift und den damit verbundenen Klimaveränderungen anpasste.

 

Der bundesweite ökumenische Tag der Schöpfung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Jetzt wächst Neues“ und wurde in Kooperation mit dem Weltnaturerbe Grube Messel begangen. Organisiert wurde der Schöpfungstag von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen, den Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau sowie von Kurhessen-Waldeck und den Bistümern Mainz und Fulda. Hubert Meisinger, Referent für Umweltfragen im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN, sieht die Bedeutung des Schöpfungstages darin, dass er eine Art Ritus werden könne, der Christen geistlich-spirituell durch die schwierige Übergangsphase von einem ökologisch zerstörerischen zu einem ökologisch nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Lebensstil führt.

 

Hintergrund: Der Schöpfungstag ist ein noch junger Gedenktag. Erst seit 2011 feiern Christinnen und Christen in Hessen am ersten Freitag im September den Tag der Schöpfung, er markiert den Beginn der „Schöpfungszeit“, die bis zum 4. Oktober dauert. Alle Gemeinden sind aufgerufen, diese Zeit mit Gottesdiensten, Aktionen und Projekten zum Thema: Schöpfung Bewahren zu gestalten. Der Gedenktag wurde im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages 2010 in München ausgerufen.

 

Reinhard Völker, Ev. Dekanat Vorderer Odenwald

 

 

Bildergalerie

Download: Jahresbericht „Aus der Arbeit 2012“
Aus Altem wird Neues - Schöpfungstag an der Grube Messel

„Jetzt wächst Neues“ – mit diesem Zitat aus dem Propheten Jesaja (43,19) war die diesjährige Schöpfungszeit überschrieben, zu der die ACK Deutschland seit dem ökumenischen Kirchentag in München 2009 alle Mitgliedskirchen einlädt.

(c) Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN
Jahresbericht 2012 - Schöpfungstag.pdf
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Programmflyer (7.9.2012) zum Download

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