Veranstalter


Ich glaube an Gott, den Vater, ...

den Schöpfer des Himmels und der Erde

 

Wunderbare Welt – Mit Psalm 8 den Schöpfer preisen

 

(Oktober)

 

 

Thema:

Kinder fühlen sich der Natur oft unmittelbarer verbunden als Erwachsene. Sie geraten ins Staunen über die Schnecke im Gras und brechen in Jubel aus über die ersten Schneeflocken im Winter. Der Blick in den Nachthimmel ist für Kinder erst recht etwas Besonderes: Geheimnisvoll leuchten die Sterne in der Dunkelheit, überwältigend groß ist das Weltall. Wie klein sind wir Menschenkinder demgegenüber, und trotzdem sind wir von Gott wertgeschätzt und beauftragt, Hüter unserer Erde zu sein. Wenn wir mit den Kindern und dem Psalmisten Gott dafür danken, lernen wir Ehrfurcht vor der dem Schöpfer und erfahren eine Sinngebung für unser eigenes Leben.

 

Im Folgenden finden sich Vorschläge für die älteren und die jüngeren Kinder, die getrennt arbeiten. In beiden Gruppen wird der erste inhaltliche Aspekt von Psalm 8 thematisiert:

Die Winzigkeit des Menschen angesichts des Universums.

Nach einer Pause mit Essen/Trinken und Spielen wird der 2. Aspekt für alle gemeinsam thematisiert: Die königliche Würde des Menschen und sein Herrschaftsauftrag. Zu den beiden Aspekten vgl. die theologischen Erläuterungen im Anhang „Zum Bibeltext“.

 

 

Vorbereitung

 

Material:

1. Für die Älteren:

- Psalm 8 in Lutherfassung in einzelne Abschnitte ausgeschnitten zum Zusammenpuzzeln

- Triangel für Geschichte

- Tapetenbahn, Zeichenpapier, Stifte, Scheren

 

2. Für die Jüngeren:

Alternative für draußen:

- Wolldecken für Himmelsbeobachtung

- evtl. Sonnenbrillen

Alternative für drinnen:

- schwarzes Tuch, ausgeschnittene Mond und Sterne aus Goldpapier

Für beides:

- Decke für Boden, Naturmaterialien (Sand, Erde, Steine, Moos, Wasser in Schale, Muscheln, Tannenzapfen) und Spielzeug (playmobilfiguren, Spielautos, Bauklötzchen), Tücher in verschiedenen Farben für Miniaturwelt und großes blaues Tuch für Himmel darüber, gelbes Tonpapier, Scheren, Stecknadeln zum Basteln von Sternen und Mond.

 

Verköstigung: Evtl. selbstgebackene Plätzchen in Stern-, Mond- und Tierformen, Milchgetränke (von der „Milchstraße“!)

 

Mitarbeiter: Möglichst 2 Mitarbeiter/innen für die älteren und 2 für die jüngeren Kinder.

I. ZUSAMMENKOMMEN – SICH GOTT ZUWENDEN

(Die gemeinsame Liturgie der Kinderkirche, siehe Seite 4)

 

 

II. HÖREN UND ANTWORTEN

 

Lied: Weißt du, wie viel Sternlein stehen     EG 511, 1-3 

 

Kinder gehen in altersgetrennte Gruppen.

 

 

Für die Älteren (bis Seite 23):

 

Mitarbeiter/in :

„Wir haben das bekannte Lied Weißt du, wie viel Sternlein stehen...“ gesungen.

Es gibt ein Psalmgebet in der Bibel, das gut dazu passt. Mal sehen, ob ihr es zusammen-puzzlen könnt:“

 

Psalm 8 in der Übersetzung der Lutherbibel (revid. Text von 1984)

 

1          Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf der Gittit (evtl. Instrument aus Gat).

 

2          Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel!

3          Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.

4          Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,

den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:

5          Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,

und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

6          Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott,

mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.

7          Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk,

alles hast du unter seine Füße getan:

8          Schafe und Rinder allzumal,

dazu auch die wilden Tiere,

9          die Vögel unter dem Himmel

und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.

10        Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!      

 

Psalm 8 wird in der Lutherfassung vergrößert kopiert, die einzelnen Strophen ausgeschnitten und durcheinander in die Mitte des Stuhlkreises gelegt. Die Kinder versuchen, sie sinngemäß zusammen zu puzzeln und vergleichen das Ergebnis mit dem Originaltext. Danach überlegen sie im Gespräch, was wohl jede Strophe bedeuten könnte. 

 

Es folgt eine Geschichte, die die Psalmverse „ins Leben“ holt.

(Bitte anschließend mit den Kindern darüber reden.) 

 

 

 

 

Geschichte zu Psalm 8 (von Andrea Braner),

gelesen von einer/einem Mitarbeiter/in 1:

 

Es ist tiefe Nacht. Die Lichter in den Häusern sind verloschen, die Geräusche des Tages verstummt. Nur ein Kater streunt laut rufend durch die Gassen.

Eine Tür öffnet sich. Heraus tritt ein alter Mann, den Schlafrock fest um sich gewickelt. Die kalte Nachtluft empfängt ihn. Sie kriecht unter seine Hosenbeine. Er stört sich nicht daran. Lange hat er sich im Bett hin- und hergewälzt in dieser Nacht. In seinem Alter lässt der Schlaf gern auf sich warten. Er geht in sein Gärtchen hinter dem Haus, vorbei am Apfelbaum, zum Hügel hinauf, „das Küppelchen“ genannt. Als kleiner Junge ist er hier Schlitten gefahren, Winter für Winter mit der Kinderschar aus der Nachbarschaft. Jetzt lässt er die Enkelin hinabsausen, wenn sie zu Besuch kommt und genug Schnee liegt. Das Küppelchen gehört zu seinen Lieblingsplätzen. Sein Blick wandert hinauf zum Himmel. Dunkel und klar spannt er sich endlos über ihm. Dankbarkeit erfüllt sein Herz. „Du hast die Welt geschaffen, Gott“, flüstert er in die Stille.

 

Triangel wird angeschlagen

Mitarbeiter/in 2:

Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen.

Der du zeigst deine Hoheit am Himmel.

 

Mitarbeiter/in 1:

Es hatte eine Zeit gegeben in seinem Leben, da konnte er diese Dankbarkeit nicht empfinden. Da war ihm alles klein und eng erschienen, da hätte er weglaufen mögen. Da versuchte er, die Mühe des Tages abzustreifen und machte kaputt, was ihm lästig war. Die vielen Bäume im Garten, von seinen Urvätern gepflanzt: Ab mit ihnen. Das Laub, die Früchte, weg damit, viel zu viel Arbeit! Rauf auf die Maschine und los zum Motocross – Rennen im verbotenen Waldstück, das schon mehr einer Mondlandschaft glich. Wann hatte er sich besonnen? Als die junge Frau zu ihm zog, die ihn liebte? Als er das Kind in seinen Armen hielt? Seinen Sohn, der wenig später durch den Garten hüpfte, staunend vor einem Schneckenhäuschen innehielt und glücklich die ersten selbst gepflückten Gänseblümchen brachte. Der schließlich auf den einzig verbliebenen Apfelbaum kletterte und stolz übers Land blickte.

 

Triangel

Mitarbeiter/in 2:

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. 

 

Mitarbeiter/in 1:

Der Blick des Alten wandert wieder zum Himmel hinauf. Sterne funkeln. Dort sieht er den „Großen Wagen“, hier das „Weihnachts-W“. Der Mond strahlt heute in Sichelform. Wie oft hat er schon so gestanden in seinem Leben und in das Sternenmeer geschaut. Er staunt noch immer über die Größe des Universums. Klein und unbedeutend kommt er sich vor.

 

Triangel

Mitarbeiter/in 2:

Wenn ich sehe den Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

 

 

Mitarbeiter/in 1:

Aber auch der alte Mann ist ein Teil des großen Ganzen. Auch er ist ein Geschöpf Gottes. Vieles ist ihm anvertraut worden in seinem Leben: Seine Familie, seine Arbeit, sein Garten. Ist es ihm gelungen, sorgsam und verantwortungsbewusst mit allem umzugehen?

 

Triangel

Mitarbeiter/in 2:

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.

 

 

Mitarbeiter/in 1:

Der Mann sieht nachdenklich über das Dorf, in dem er zu Hause ist. Werden die Menschen ihrem Auftrag gerecht? Wie viele Kreaturen haben unter ihnen zu leiden: Wilde Tiere, denen der Lebensraum genommen wird durch verbaute Landschaft. Nutztiere, die nicht artgerecht gehalten werden, damit es sich rechnet. Gott sei Dank, es gibt auch die andere Seite: Menschen setzen sich für ihre Mitgeschöpfe ein, schaffen Schutzräume für bedrohte Arten, sammeln die Kröten auf ihrer Wanderung ein...

 

Triangel

Mitarbeiter/in 2:

Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.

 

Mitarbeiter/in 1:

Bedächtig geht der alte Mann zurück zum Haus. Ein letztes Mal in dieser Nacht wandert sein Blick zum Himmelszelt. Dann zieht er die Tür hinter sich zu und legt sich schlafen.

 

Mitarbeiter/in 2:

Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen.

 

 

Kreatives zur Vertiefung

 

Für die Älteren:

a) Unser Sonnensystem

Die Kinder gestalten unser Sonnensystem mit seinen 9 Planeten im Maßstab 1000 km=1 cm. Sie malen die Planetenkugeln entsprechend auf (Durchmesser einzeichnen und freihändig Kugeln malen) und schneiden sie aus, kleben sie auf eine Tapetenbahn und schreiben ihre Namen dazu.

Staunend können sie feststellen, wie klein die Erde gegenüber größeren Planeten ist und sich dann überlegen, wie klein ein Mensch dagegen ist.

 

Reihenfolge der 9 Planeten nach ihrer Position zur Sonne (Merkur ist der Sonne am nächsten) und mit ihrem Äquatordurchmesser, in Klammern angegeben:

Merkur            ( 4878 km)

Venus             ( 12104 km)

Erde                ( 12756 km)

Mars                ( 6794 km)

Jupiter             ( 142796 km)

Saturn             (120984 km)

Uranus            ( 51536 km)

Neptun            ( 49530 km)

Pluto               ( 2390 km)

 

Die riesige Sonne kann angedeutet werden (nur ein großer Zipfel ist von ihr zu sehen), daneben werden die Planeten geklebt.

 

b) Gestaltung einer Seite im je eigenen Glaubensbuch: 

 



Glaubenssatz: Gott, wir staunen: Himmel und Erde hast du wunderbar gemacht.

 

 

 

 

 

 

Wann war ich dem Himmel schon mal ganz nahe? Oder: Wann habe ich mal staunend in den Himmel gesehen? Oder: Wann fand ich den Himmel besonders schön oder bedrohlich? Alle Fragen werden zur Auswahl genannt. Dazu spielt „himmlische“ Musik vom Tonträger. Anschließend können sich die Kinder ihre Bilder zeigen und darüber erzählen.

 

 

Für die Jüngeren (bis Seite 25):

 

Mitarbeiterin:

„Wir haben „Weißt du wie viel Sternlein stehen...“ gesungen. Es gibt in der Bibel ein schönes Gebet, das auch von den Sternen am Himmel erzählt und wie wunderbar Gott unsere Erde und uns selbst geschaffen hat. Das wollen wir jetzt beten und singen:“

 

Psalm 8 in kindgemäßer Übertragung beten: 

 

Vom Aufgang der Sonne (EG 456) wird als Lied eingeübt mit passenden Bewegungen (Kinder lassen mit Armen Sonne auf- und untergehen, klatschen beim Loben des Namens Gottes in die Hände).

 

Vom Aufgang der Sonne...

Herr, unser Herrscher, wie schön, dass du da bist, wie gut, dass wir dich kennen.

Vom Aufgang der Sonne...

Wenn wir den Himmel sehen, die Sonne, den Mond und die Sterne, -

wie klein sind da wir Menschen. Und doch denkst du an uns.

Und doch hast du uns lieb.

Vom Aufgang der Sonne...

Alles Lebendige hast du uns anvertraut wie einem König, wie einer Königin.

Hüten sollen wir deine Werke – Tiere, Blumen und Bäume.

Vom Aufgang der Sonne...

Wie schön, dass du da bist, wie gut, dass wir dich kennen,

Herr, unser Herrscher.

Vom Aufgang der Sonne...

(aus: Arbeitshilfe „Gottesdienste mit Kindern“, S. 119.16)

 

 

 

 

a) Alternative für draußen bei gutem Wetter

 

Himmelsbeobachtung mit Gespräch

Die Kinder legen sich mit den Mitarbeiter/innen draußen auf einer Wiese auf Wolldecken und schauen in den Himmel (aber nicht bei zu intensiver Sonne, dann nur mit Sonnenbrillen, auch mit Brillen nicht direkt in die Sonne schauen).

 

Impulsfragen:

Was seht ihr? Beschreibt den Himmel! Erkennt ihr in den Wolken Bilder? Wie groß ist der Himmel? Fliegt ein Flugzeug vorbei? Es sieht so klein aus! Wenn die Leute aus dem Flugzeug herunter gucken auf die Erde, was sehen sie? (Winzige Häuser, Bäume, Autos, Menschen aber nicht zu erkennen). Wir sind winzig klein gegen den Himmel! Aber: Wenn uns die Leute aus dem Flugzeug nicht erkennen können, kann Gott uns dann sehen? Weiß er etwas von uns? Er hat alles geschaffen: den Himmel, die Erde, die Pflanzen und Tiere und die Menschen. Und jeden von uns kennt er und hat uns lieb!

 

b) Alternative für drinnen bei schlechtem Wetter

 

Bodenbild und Gespräch 

Im Stuhlkreis liegt ein schwarzes Tuch, darauf ein goldener Mond aus Goldpapier ausgeschnitten und viele Sterne.

Impulsfragen:

Habt ihr schon mal abends oder nachts den Sternenhimmel gesehen? Wie war das? Wie viele Sterne gibt es (kann man nicht zählen)? Kennt schon jemand Sternbilder? Gefällt euch der Sternenhimmel oder macht er euch Angst? Habt ihr schon mal eine Sternschnuppe gesehen? So viele Sterne am großen, großen Himmelszelt: Da kommen wir uns ganz klein vor! Ob uns der liebe Gott überhaupt sieht, wo wir so klein sind? Er hat den Himmel mit Sonne, Mond und Sternen und die Erde mit den Pflanzen und Tieren und Menschen geschaffen. Er kennt uns und hat uns lieb.

 

Miniaturwelt

Die Kinder gestalten gemeinsam auf einer Decke eine kleine Welt aus Naturmaterialien und Spielzeug (Moos, Erde, Steine, Sand, wasser in Schalen, Autos, Bauklötzchen, Tücher, Duplo- oder Playmobil-Figuren bereitstellen oder mitbringen lassen) und lassen darüber an der Wand einen großen Himmel aufgehen: großes blaues und schwarzes Tuch, Wolken oder Sterne, Mond, Sonne ausschneiden, daran heften.

 

Kinder malen eine Seite in ihrem Glaubensbuch:

Anregung: großes Himmelszelt, darunter ich winziger Mensch

 

 

Spiele

 

Disco auf dem Planet Pluto

Wie groß das Weltall ist, davon haben wir heute schon öfter gesprochen.

Wollen wir winzigen Menschlein versuchen, zu einem fernen Planeten aufzubrechen? Kommt, wir wagen es:

Die ganze Gruppe startet zum Planet Pluto:

Alle untergehakt im Kreis hockend mit dem Gesicht nach außen. Alle kommen zusammen mit einem von ihnen imitierten Raketenstartgeräusch hoch und drehen sich dann ganz schnell im Kreis.

Flotte CD-Musik, Kinder bilden Paare, tanzen. Bei Musikstopp gibt der Spielleiter neues Problem in dieser Disco auf Pluto bekannt: z.B. Vulkan unter dem Boden, Boden also sehr heiß. Decke senkt sich. Raum schrumpft. Schwerkraft nimmt ab und zu. Meteoritenhagel. Die Kinder verhalten sich entsprechend, zwischendurch immer wieder Musik und Tanz.

 

Tiere in Zeitlupe

Der Mensch soll die Tiere hegen und pflegen. Mal sehen, welche Tiere uns gleich begegnen:

Im Hintergrund spielt langsame Entspannungsmusik. Der Spielleiter schlägt einen Ort vor, an dem verschiedene Tierarten leben: Zirkus, Zoo oder Urwald... Ein beliebiges Kind (oder ein Paar, das sich vorher abgesprochen hat) beginnt, erhebt sich langsam aus dem Nest oder Schlag und bewegt sich ganz langsam durch den Raum, um dann wieder zum Ausgangspunkt zurückzugehen. Waren alle Kinder/Tiere dran, raten alle, welche Tiere dargestellt waren.

 

 

III. FEIERN UND ESSEN

 

Lied: Der Himmel geht über allen auf (EG 594)

 

Essen und Trinken: himmlisches Gebäck und Himmelsgetränke (s. unter Vorbereitung S. 19). Nach dem Essen wird der zweite Aspekt des Psalms entfaltet: Die Verantwortung der Menschen gegenüber der Schöpfung.

 

Besuch (ca 20 Min.):

 

Mitarbeiter/in:

Wir haben gestaunt, wie groß der Himmel und wie klein wir Menschen sind. Trotzdem hat Gott uns einen besonderen Auftrag gegeben. Wie ein König, wie eine Königin hat er uns über die Welt eingesetzt. Wir haben Besuch eingeladen , der sich ganz besonders um die Tiere und Pflanzen kümmert.

Es wäre schön, wenn jetzt Besuch käme von einem/einer Landwirt/in oder Förster/in, Gärtner/in (Hobbygärtnerin), Schäfer/in. Sie erzählen von ihrer Arbeit:

Wie sie für die ihnen anvertrauten Tiere oder Pflanzen sorgen, welche Arbeitsabläufe es gibt, was eine artgerechte Haltung und Pflege bedeutet... Sie haben Arbeitsutensilien dabei oder Fotos oder Pflanzen...und unterhalten sich mit den Kindern darüber, dass wir Menschen über die Tier- und Pflanzenwelt „herrschen“, dass dieses Herrschen aber nicht Unterdrückung und Ausbeutung, sondern Hege und Pflege bedeutet. Kinder erzählen vielleicht gern von ihren Haustieren oder eigenen Gärten und was ihre Aufgaben sind.

 

Mitarbeiter/in überreicht den Besuchern als Dankeschön eine selbstgebastelte Krone und zitiert Psalm 8: Gott hat den Menschen mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt wie einen König. Er soll verantwortungsvoll für Tiere und Pflanzen, für die ganze Erde sorgen.

 

Anregung für zu Hause:

Glaubensbuch gestalten



Glaubenssatz: Gott, wir sind die Könige über die Schöpfung. Wir wollen gut für sie sorgen.

 

 

 

 

 

 

Kinder nehmen die entsprechende Seite mit der Krone mit, die sie zum Herrschaftsauftrag des Menschen gestalten.

Idee:

Bilder aus Zeitschriften suchen, auf denen sich Menschen um die Natur/Tiere/Pflanzen kümmern und aufkleben.

Bitte in die Einladung zur nächsten Kinderkirche daran erinnern, dass die Seite wieder mitgebracht wird!

 

 

IV. BETEN UND SEGNEN

 

Dabei sitzen alle um die selbstgestaltete Miniaturwelt der jüngeren Kinder herum, das Planetenbild der älteren ist ebenfalls für alle sichtbar aufgehängt.

 

Schlussgebet

 

Gott, du bist der Schöpfer von Himmel und Erde. Wir staunen über die Größe des Weltalls. Wir fühlen uns manchmal klein und unbedeutend. Aber das sind wir nicht. Du hast uns Menschen auch wunderbar geschaffen. Du möchtest, dass wir wie gute Königinnen und Könige dafür sorgen, dass es allen Menschen, allen Tieren und Pflanzen auf deiner Erde gut geht. Danke, dass du uns soviel zutraust. Hilf uns, dass wir unsere Aufgabe gern erfüllen. Amen.

 

Segenslied: Segne uns mit der Weite des Himmels (Das Liederheft, Nr.51)

 

 

 

ANHANG

 

Verknüpfung von Bekenntnis und Bibeltext

Psalm 8 ist ein Bekenntnis zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde und in seiner direkten Gottesanrede für unser Thema passender als die beiden Schöpfungsberichte im 1. Buch Mose. Wenn wir mit den Kindern diesen Psalm beten, bekennen wir uns ebenso staunend wie der Psalmist selbst zu Gott, der alles wunderbar geschaffen hat.

 

Zum Bibeltext

Psalm 8 gehört zu den biblischen Schöpfungspsalmen und ist als einziger Psalm von Anfang bis Ende als Anrede an Gott geformt. Er ist die Antwort des Menschen auf Gottes Schöpfungswerk.

In der Lutherübersetzung (revid. Text von 1984) klingt Psalm 8 erst mal sperrig (Vers 3) oder ist missverständlich (Vers 7). Ältere Kindergottesdienstkinder (11-13 Jährige) können sich sicher schon gut mit diesem Wortlaut auseinandersetzen, für jüngere schlage ich eine Psalmübertragung aus der Arbeitshilfe „Gottesdienste mit Kindern“ (S. 119) vor. Wenn sich während des Gottesdienstes ältere und jüngere Kinder in Kleingruppen aufteilen, bearbeiten die älteren den Text aus der Lutherbibel für sich.

Zwei inhaltliche Aspekte sind für Psalm 8 von Bedeutung:

 

1. Die Winzigkeit des Menschen angesichts des großen Himmelszeltes

Für den Dichter ist der Nachthimmel mit Mond und Sternen überwältigend. In der Nacht liegt ein Rest des Chaosdunkels, das den Menschen erschrecken lässt. Wenn der Himmel und seine Gestirne Werke der „Finger Gottes“ sind (V. 4), dann können alle Vorstellungen von Gott eigentlich nur ungenügend sein. Im Vergleich zur unvorstellbaren Größe des Kosmos ist der Mensch eigentlich nichts (V. 5). Doch der Psalmbeter weiß, dass der Schöpfer dennoch jeden einzelnen Menschen kennt und sich um ihn kümmert. Nur in dieser Gewissheit ist die Unendlichkeit des Alls für ihn erträglich.

 

2. Die königliche Würde des Menschen gegenüber aller übrigen Kreatur

Gott übergibt dem Menschen seine Schöpfung wie einem von ihm eingesetzten König (V. 6 „gekrönt“). Der Mensch darf und soll über Gottes Werke herrschen, alles wird ihm zu Füßen gelegt. Dieser Herrschaftsauftrag ist aber kein Freischein zum Unterjochen und Beherrschen der übrigen Kreatur im negativen Sinne. Es geht um eine Verwaltung der Erde, die zu ihrem Schutz als Lebensraum verpflichtet. „Alles hast du (Gott) ihm (dem Menschen) unter seine Füße getan“ (V. 7) heißt es, und wir denken vielleicht an ein Treten, Verjagen und Schinden der Tiere. In der altorientalischen Kunst aber war das Treten auf ein Tier als Symbol für den Hirten beliebt, der seine Herden beschützt. Wir würden als Symbol eher die Hand nehmen, die schützend über ein Lebewesen gehalten wird. Gott hat dem Menschen eine „Gottebenbildlichkeit“ gegeben (klingt in V. 6 an), die ihn befähigt, seine Herrschaft mit Verstand und Einsicht wahrzunehmen. Das gelingt ihm nur, wenn er sich als Geschöpf versteht. Denn seine Krönung zum Weltverwalter liegt nicht in ihm selbst begründet, das zeigt seine Winzigkeit angesichts des Universums. Nein, sie ist allein Gottes Geschenk. Ihm gebührt die Ehre, weil er alles geschaffen hat. Und so endet der Psalm nicht im Selbstruhm des Menschen, der seine Überlegenheit in der Welt entdeckt hat, sondern in der preisenden Anrede Gottes, dem allein alles zu verdanken ist.

 

 

Liederauswahl:

 

Weißt du, wie viel Sternlein stehen                          EG 511,1-3    

Der Himmel geht über allen auf                                EG 594          

Segne uns mit der Weite des Himmels                     LH 51

Er hält die ganze Welt in seiner Hand                      MKL 1/45      

Erd und Himmel sollen singen                                  MKL 1/44      

Laudato si                                                                 MKL 1/58      

Du hast uns deine Welt geschenkt                            Bihi 13

 

      Pfarrerin Andrea Braner

 

 

 

 

Quelle: Ich glaube – dem Apostolischen Glaubensbekenntnis auf der Spur

„Wir sehen uns wieder in vier Wochen“, Teil 4, S. 19-27

 Entwürfe für alternative Gottesdienstformen

 Herausgeber: Arbeitsstelle für Kindergottesdienst der Evangelischen Kirche

von Kurhessen-Waldeck